08.09.2026 –, Hole of Fame Language: Deutsch
Offener Raum für Trauer und gemeinsames Gedenken
Verlust ist ein zwangsläufiger Bestandteil des Lebens und Aktivismus. Im Angesicht aller Widrigkeiten, denen wir uns stellen, fordert der politische Kampf immer auch Opfer ein. Der Verlust kann verbunden sein mit unserem politischen Kampf, Repression, Knast, Krieg, Vertreibung, Femizid, Genozid oder Klimakatastrophe. Geliebte Menschen, Orte, Gefährt*innen, Gewohnheiten, Vertrautes oder ganze Spezies zu verlieren ist überwältigend, wenn mensch damit allein dasteht.
Gegen die Überwältigung hilft es zu erinnern. Doch Erinnerung ist kein rein gedanklicher Prozess, noch ist Trauer bloss Emotion. Erinnerung ist eine lebendige Aufgabe. Wenn wir zusammenkommen und gemeinsam Verlust verarbeiten und Trauer halten, entfaltet das eine gewaltige Kraft, die Menschen unterschiedlicher Geographien zusammenbringt, den Mut gibt Risiken einzugehen und das Durchhaltevermögen schenkt wieder aufzustehen, wenn es aussichtslos scheint. Jede*r Gefallene ist damit ein Grund mehr weiterzukämpfen und nicht aufzugeben.
Kein Historiker des Herrschaftssystems wird unsere Geschichte für uns schreiben. Wir müssen uns aktiv in der Geschichte platzieren und sie gemeinsam selber schreiben, jeden Tag. In Stockholm hat eine anonyme Genossin den Schriftzug des Denkmals für die gefallenen Brigadistinnen in der Revolution 1936 in Spanien erneuert. Dort ist nun wieder lesbar: „Passantin verweile – erinnere sie mit Stolz.“ Die Geschichte von Menschen, Bewegungen, Orten und Ereignissen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hilft uns beim Verarbeiten und lässt sie in unseren Herzen und in unseren Bewegungen weiterleben.
Im Rahmen der Ausstellung – In Bewegung – 10 Jahre Anarchistische Tage – gibt es eine Wand für kollektive Trauer und Verlust. Hier dürfen alle gestalten und sich Raum nehmen. Es ist nicht notwendig Menschen direkt gekannt zu haben, um um sie zu trauern und sie zu erinnern, manchmal lernen wir Genoss*innen auch erst nach ihrem Tod kennen.
Wir laden euch ein zu einem Abend der gemeinsamen Erinnerung. Hier können wir Trauer kollektiv teilen, Rituale austauschen, Gedanken teilen, konkrete Geschichten erzählen, zeichnen oder malen und gemeinsam diese Wand zu gestalten. Bringt gerne Fotos, Blumen, Zeichnungen, Geschichten, Gedichte, Lieder und Gegenstände mit.
Weitere Öffnungszeiten:
A-Tage Woche: Di & Do 15:30 Uhr, Sa 14:30 Uhr + schaut in den Veranstaltungsplan, um keine Veranstaltung zu stören
Das AND (Anarchistische Netzwerk Dresden) ist ein anarchistisches Netzwerk bestehend aus Gruppen und Einzelpersonen in Dresden. Wir teilen gemeinsame Prinzipien und beteiligen uns an verschiedenen Kämpfen in der Stadt. Wir möchten einen Raum für interessierte Menschen schaffen, um sich kennenzulernen und gemeinsam an für sie bedeutsamen Themen zu arbeiten.
- 10 Jahre AND - Black market & Kuchenbasar
- Konzert: Unfug und gemeinsames Singen mit Liedern – it´s gonna be a mess
- 10 Jahre AND: Ausstellungseröffnung
- 10 Jahre AND! Zine-Fest: Kunst, Politik, Solidarität
- Bis alle frei sind!
- AND: Einführung Anarchismus
- Anti-fascism and the Gaza genocide
- Make-up ist für alle da!! Schminkworkshop for all Genders
- 10 Jahre AND: PARTY PARTY PARTY!!